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Was ist Critical Whiteness?

Critical Whiteness ist zunächst und vor allem eine Schwarze Überlebenswissenschaft.

Schwarze Menschen sind seit Jahrhunderten gezwungen, weißes Verhalten zu studieren und zu kennen - um in einer von weißer Dominanz geprägten Welt zu überleben. Nur in einer Welt, die Rassifizierungen als Kategorien für die Zuteilung von Privilegien erstellt hat, macht es überhaupt Sinn, einen quasi ethnologischen Blick auf weiße Menschen zu richten. Und weil alle nichtweißen Menschen die bitteren Konsequenzen weißer Dominanz, der white supremacy, tragen müssen, ist das Forschen und Wissen zu gesellschaftlichen Strukturen, geisteswissenschaftlichen und historischen Ursprüngen, sozialen und politischen Auswirkungen sowie die identitären Verankerungen von Weißsein für sie eine Notwendigkeit.

In Deutschland wird Critical Whiteness zumeist verstanden als die reflektierende Beschäftigung weißer Menschen mit ihren Privilegien. Das ist eine durchaus legitime Herangehensweise. Aber das Ausblenden der Schwarzen Ursprünge, das Besetzen Schwarzen Wissens und attraktiver Positionen in diesem Bereich durch weiße AkademikerInnen, der Irrtum, dass der Besuch eines Workshops oder das Lesen von Büchern als ausreichend empfunden werden, um sich persönlich Absolution zu erteilen und sich als ExpertIn zu verstehen, ist ein typisches Merkmal weißen Privilegiertseins, ist ein bewusstes oder unbewusstes Ausagieren von white supremacy.

Deshalb ist es mir wichtig, als Schwarzer Mensch Critical Whiteness zu lehren, sowohl für weiße Menschen als auch für nichtweiße. Für weiße Menschen bedeutet dies, in meinen Seminaren und Workshops einen Spiegel vorgehalten zu bekommen, eingebettet in eine historische Einordnung. Es ist dabei mein Ziel, weiße Menschen nicht nur zur kritischen Reflexion sondern zum Einstieg in einen langfristigen identitären Lernprozess zu motivieren und zu befähigen. In meinen Veranstaltungen für nichtweiße Menschen geht es mir um strukturelle Analyse, um das Aufdecken und Loslassen von internalisiertem Rassismus sowie vor allem um das Trainieren von Widerstandsfähigkeiten, also um Empowerment.

Am Ende steht dabei für alle dieselbe Aufforderung: "Denkt Euch eine andere Welt-  und macht sie möglich!"

 

 

nächste Workshoptermine/next workshops:

05. 11. 2016                      Misereor Aachen      

                                            Thema:     Discovering Whiteness - Meeting an unknown Privilege

                                            geschlossene Veranstaltung  

 

24. 11. 2016                     Paritätischer Wohlfahrtsverband Hamburg

                                           Thema:       Doppelt erwischt - Trauma und Retraumatisierung, Workshop für Menschenof Color in der Arbeit für Geflüchtete

                                           Teilnahme kostenfrei

 

29. 11. 2016                       Universität Hamburg                                   

                                            Thema:    Critical Whiteness - Ein Thema für Freiwillige in der Arbeit mit geflüchteten Menschen?

                                            Teilnahme kostenfrei

 

07. 01. 2017                    Workshop in Hamburg

                                           Thema:     Einführung in Critical Whiteness

                                           geschlossene Veranstaltung

 

3./4. 2. 2017                   Workshop für Eltern Schwarzer Kinder

                                          Thema:     Weißsein erleben - kritische Begegnung mit einem Privileg

 

11./12. 2. 2017                 Verband binationaler Familien Frankfurt

                                         Thema:      Schwarz/weiß Familien - Was wir nicht sehen (wollen) und doch unbedingt sollten    

                                         Workshop für Familien

 

20. 03. 2017                 Familien-Bildungsstätte Lüneburg

                                         Vortragsreihe "Sind wir eine rassistische Gesellschaft?" 1. Teil: Worte wirken - auf der Suche nach Definitionen

                                         Teilnahme kostenlos

 

25. 03. 2017                  Verband Binationaler Familien Hamburg

                                         Thema:    Schwarz/weiß Familien - Was wir nicht sehen (wollen) und doch unbedingt sollten  
                                         Workshop für Paare

 

03. 04. 2017               Familien-Bildungsstätte Lüneburg

                                       Vortragsreihe "Sind wir eine rassistische Gesellschaft?" 2. Teil: Bilder bilden - was in unseren Köpfen ist

                                       Teilnahme kostenlos

 

24. 04. 2017               Familien-Bildungsstätte Lüneburg

                                       Vortragsreihe "Sind wir eine rassistische Gesellschaft?" 3. Teil: Was war wirklich? freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit für wen?

                                       Teilnahme kostenlos

 

08. 05. 2017              Familien-Bildungsstätte Lüneburg

                                      Vortragsreihe "Sind wir eine rassistische Gesellschaft?"4. Teil: Was war wirklich? Deutsche Kolonialgeschichte

                                      Teilnahme kostenlos

 

22. 05. 2017              Familien-Bildungsstätte Lüneburg

                                      Vortragsreihe "Sind wir eine rassistische Gesellschaft?"5. Teil: "Das macht etwas mit mir" - Rassismus im Alltag

                                      Teilnahme kostenlos

 

12. 06. 2017               Familien-Bildungsstätte Lüneburg

                                      Vortragsreihe "Sind wir eine rassistische Gesellschaft?"6. Teil: Und nun? Perspektiven für ein antirassistisches Engagement

                                      Teilnahme kostenlos

 

 

 

 

 

 

                                        

                             

 

                                         

 

 

 

What does critical whiteness mean?

 

In the very first instance critical whiteness is a Black science of survival.

 

Since centuries Black people are forced to study white behaviour - to survive in a world embossed by white dominance. Only in a world which established racialisation as a category for supplying privileges it makes sense to have a virtual ethnological view on white people. And because all nonwhite humans have to bear the acrimonious consequences of white supremacy the knowledge of societal structures, historical origins, social and political effects and the ties to identity constructions for them is necessary.

 

In Germany critical whiteness is comprehended as a a possibility for white people to reflect their privileges. The ignoring of the Black origins, the occupation of Black science and profitable jobs in the academia by white graduates and the idea that reading a book or attending a workshop will give a white person amnesty or make her/him an expert are typical signs of white privilege, are a conscious or unconscious act of acting out white supremacy.

 

Therefore for me it is important to teach critical whiteness as a Black person, for white people and nonwhite people also. This means for white people during my lectures they will see into a mirror combined with a historical classification. My aim is to motivate and qualify white people to start a long-term learning process. In my presentations for nonwhite people we do structural analysis, identify internalized racism and train our power of resistance, we do empowerment.

 

In the end there will be one request for every participant: "Imagine another world - and make it real!"